Sich in Empathie üben

Kürzlich war ich im Baumarkt und wurde von einem freundlichen Mitarbeiter dorthin geführt, wo stand, was ich suchte. Nach ein paar Metern des Hinterherlaufens fiel mir auf, wie sehr ich mein eigenes Gehen anpasste an den, der da vor mir lief: Leicht gebeugt, federnd-wippend, schlenkernde Arme.

In einer Weiterbildung war das mal eine Übung zu zweit, und Du kannst es auch selbst bei Deinem nächsten Spaziergang ausprobieren. Person A läuft voran, Person B folgt in einem Abstand von etwa zwei, drei Metern und versucht, den Gang und die Körperhaltung von Person A zu imitieren. Keine großen Worte, einfach gehen. — Wie fühlt sich das an, die Welt „in den Schuhen“ einer anderen Person? Fällt es Dir schwer, da reinzuschlüpfen oder gelingt es Dir ganz leicht? Welche Unterschiede zu Deinem eigenen Gehen kannst Du feststellen?

„Du schlurfst ja ganz schön, Caro!“, rief mir damals mein Teamkollege zu.

Und, nein, das gehört nicht dazu: eine Bewertung oder ein Urteil abgeben. Es geht allein um Deine Selbstbeobachtung und um das Sich-einfinden in die Lebenswelt eines anderen Menschen. Damit trainierst Du Deine Fähigkeit zu Wahrnehmung und Empathie.

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25. Mai 2021, Kategorie: