Und statt aber

Es gibt einen kleinen Sprachtrick, der mir das Leben erleichtert. Dazu mal zwei Beispielsätze:

Ich möchte mit dem Hund spazieren gehen, aber ich muss jetzt noch was arbeiten.
Die Videokonferenz startet in fünf Minuten, aber ich bin noch nicht gescheit angezogen.

Das „aber“ setzt beides so eng miteinander in Beziehung, also den Hund und die Arbeit, die Videokonferenz und das Angezogen-Sein. Wenn man genau hinschaut, haben die zwei Seiten zwischen dem „aber“ oft kaum etwas miteinander zu tun. Das eine kann meist ganz gut ohne das andere stehen.

Ich bin dazu übergegangen, statt „aber“ öfter mal „und“ zu sagen.

Ich möchte mit dem Hund spazieren gehen, und ich muss jetzt noch was arbeiten.
Die Videokonferenz startet in fünf Minuten, und ich bin noch nicht gescheit angezogen.

Da wird das alles plötzlich viel entlastender. Die zwei Sachen dürfen nebeneinander stehen, ganz unabhängig voneinander. Das „und“ verbindet, schließt nichts aus. Es ist dann allein mein Job, mich für eine der beiden Seiten zu entscheiden, ganz ohne Jammern.

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15. Oktober 2020, Kategorie: