Gute (virtuelle) Räume schaffen

Wenn ich Workshops für Gruppen moderiere, die über mehrere Stunden oder Tage gehen, gibt es unter anderem eine Sache, die mir total wichtig ist: ein guter Raum. Fenster und Tageslicht sollte er haben, groß genug sein für alle TeilnehmerInnen, genug Platz zum Arbeiten und Ausbreiten usw. – Je angenehmer der Raum, desto besser sind die Leute drauf, desto besser sind die Arbeitsergebnisse

Ja, und im Moment gibt es keine Möglichkeit, sich „in echt“ in einem Raum zu treffen, weil: Corona, Physical Distancing.

Gute Räume kannst Du aber auch virtuell schaffen.

Klar, die TeilnehmerInnen brauchen zunächst eine gute Internet-Verbindung, die passende Software, eine Kamera, die richtigen Einwahldaten. Neben der ganzen Technik-Fummelei kannst Du aber noch folgendes tun, damit Euer virtuelles Treffen gelingt:

1
Die Kamera anmachen und alle TeilnehmerInnen dazu überreden, das auch zu tun. Mit Video ist mehr Verstehen untereinander möglich, weil Mimik und Gestik dazukommen. Studien belegen außerdem, dass Video-Meetings pünktlicher enden und bessere Ergebnisse liefern als reine Audio-Calls.

2
Selbst in Offline-Besprechungen wird sie selten vorher festgelegt: die Agenda. Oh, aber es hilft einfach ungemein, wenn alle wissen, worum es gehen wird, wie lange was dauern und wer was beitragen soll.
Schön flexibel bleiben dabei! Eine minutengenaue Planung stresst eher als dass sie hilft.

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Bei längeren Meetings Pausen machen. In einem Offline Workshop plane ich nach spätestens anderthalb bis zwei Stunden mindestens 15 Minuten zum Verschnaufen ein. In einer Videokonferenz muss sich jede/r ungleich mehr konzentrieren, also braucht es je nach Thema auch mehr Pausen.

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Ich liebe Kleingruppen-Arbeit in Workshops! Und wer hat gesagt, dass das nur „in echt“ geht? Auch in einer virtuellen Besprechung könnt Ihr Euch aufteilen und im Anschluss die Ergebnisse Eurer Breakout-Sessions in der großen Runde vorstellen und diskutieren.

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Wir alle erleben gerade eine Ausnahmesituation. Auch wenn sich eine Gruppe im „richtigen Leben“ seit Jahren kennt, ist das Zusammenarbeiten im Online-Modus oft ganz anders.
Deshalb: Erwartungen runterschrauben. Entspannen. Weiter üben.

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23. April 2020, Kategorie: